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US-Wahl

So wird in Amerika der Präsident gewählt

  • Aktualisiert: 25.05.2024
  • 11:00 Uhr
  • Galileo

Am 5. November 2024 wählen die US-Bürger:innen ihren nächsten Präsidenten. Wie das US-Wahlsystem funktioniert, warum die meisten Stimmen für eine:n Kandidat:in nicht automatisch zum Sieg führen und wer überhaupt in den USA wählen darf

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Das Wichtigste zum Thema US-Wahlen

  • Am 5. November 2024 wählen die US-Amerikaner ihren Präsidenten.

  • Die heiße Phase des US-Wahlkampfs begann mit dem Nominierungs-Parteitag der Republikaner und Demokraten. Seitdem steht fest: Donald Trump und Joe Biden kämpfen um das Präsidentschaftsamt.

  • Die beiden Präsidentschafts-Kandidaten sollen sich dreimal zu einer Debatte gegenüber stehen: am 16. September, 1. Oktober und 9. Oktober.

  • Am 6. Januar 2025 findet die Auszählung der Stimmen in einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus statt. Am 20. Januar 2025 wird der gewählte US-Präsident in sein Amt eingeführt.

Inhalt

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Das Wahlsystem der USA

  • Die US-Bürger:innen wählen ihren Präsidenten nicht direkt, sondern geben ihre Stimmen den Wahlmännern. Jeder Bundesstaat verfügt über eine bestimmte Anzahl an Wahlmännern, abhängig von der Bevölkerungszahl.
  • "The winner takes it all": Der Kandidat, der in einem Bundesstaat die meisten Stimmen hat, bekommt in der Regel alle Wahlleute dieses Bundesstaates zugesprochen.
  • Ein anderes Prinzip gilt in den Staaten Maine und Nebraska: Die Wahlmänner werden hier proportional zum Wahlergebnis aufgeteilt.
  • Die Wahlleute aller Bundesstaaten bilden das "Electoral College". Wer hier die meisten Stimmen hat, wird Präsident. Bei 538 Wahlleute bedeutet das: Mindestens 270 Stimmen braucht der zukünftige US-Präsident.
  • Durch das Prinzip der Mehrheit bei den Wahlmännern ist es möglich, dass ein:e Kandidat:in die Wahl gewinnt, obwohl er insgesamt nicht die Mehrheit der Wählerstimmen bekommen hat.

Wer darf in den USA wählen?

🙋 An der Wahl teilnehmen darf jeder US-Bürger und jede US-Bürgerin ab 18 Jahren.

👨‍⚖️ In vielen US-Bundesstaaten dürfen ehemalige und aktuelle Gefängnis-Insassen nicht wählen - mit der Verurteilung wurde ihnen dieses Bürgerrecht aberkannt.

🏝 Auch die Einwohner:innen in den Außengebieten der USA wie Guam dürfen nicht an den Wahlen teilnehmen.

📜 Wer wählen will, bekommt allerdings nicht wie in Deutschland eine Wahl-Einladung zugeschickt, sondern muss sich in den meisten Bundesstaaten registrieren lassen. Diese Hürde wird oft als Grund dafür genannt, dass die Wahlbeteiligung in den USA im Durchschnitt niedriger ist als in Europa.

Im Video: Alles Wissenswerte rund um die Präsidentschaftswahl

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US-Wahl: Das Prinzip "The winner takes all"

In den meisten US-Bundesstaaten gilt das Mehrheitswahlprinzip bei der Präsidentschaftswahl. Das bedeutet, dass der Kandidat oder die Kandidatin mit den meisten Stimmen in einem Bundesstaat alle Wahlleute dieses Bundesstaates gewinnt. Das Prinzip wird "the winner takes all" ("der Gewinner bekommt alles") genannt.

Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel in den beiden kleineren Bundesstaaten Maine (vier Stimmen) und Nebraska (fünf Stimmen). In diesen Staaten werden lediglich zwei Wahlleute nach dem "the winner takes all"-Prinzip bestimmt, während die übrigen durch relative Mehrheitswahl in den einzelnen Wahlkreisen für das Repräsentantenhaus gewählt werden.

Warum wird an einem Dienstag gewählt?

📅 Seit 1845 wird in den USA immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November gewählt.

📅 Der Termin sollte vor allem den Landwirten entgegenkommen: Die Ernte war zu diesem Zeitpunkt bereits eingeholt, gleichzeitig war die Anreise zu den Wahllokalen noch nicht durch Winterstürme beeinträchtigt. Auch der Wochentag war sorgsam gewählt: Samstag und Sonntag waren wegen Markt und Kirchenbesuch ausgeschlossen, auch Montag und Freitag fielen weg.

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Wie die Kandidaten ihren Wahlkampf finanzieren

Wahlkampfspenden sind in den USA begrenzt: Maximal 5.400 Dollar darf jeder Amerikaner an einen Kandidaten spenden - 2.700 Dollar für die Vorwahlkampagne und 2.700 Dollar für die Präsidentschaftskampagne.

2010 verkündete der Supreme Court das "Citizen-United-Urteil". Demnach ist indirekter Wahlkampfunterstützung kaum noch Grenzen gesetzt. Laut "Washington Post" kostete der Trump-Wahlkampf vor vier Jahren umgerechnet knapp 846 Millionen Euro, seine unterlegene Rivalin Hillary Clinton gab rund 1,24 Milliarden Euro aus.

Im Video: Wie tickt eigentlich US-Präsident Joe Biden?

Quiz zur US-Politik: Was weißt du über Wahlmänner, Mehrheitswahlrecht und Swing States?

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